Evangelische Kirchengemeinde Rothenberg

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Der Herr ist auferstanden!
Er ist wahrhaftig auferstanden!

Gesegnete und frohe Ostern!

Mit diesem Gruß verbinden wir üblicherweise die Idee, dass der Ostersonntag ein sonniger, und unbeschwerter Tag sein möge.

Bilder aus früheren Jahren tauchen auf: Kinder suchen Ostereier im Garten, für Viele der Besuch eines festlichen Ostergottesdienstes, ein fröhliches Kaffeetrinken im Kreis der Familie, ein Osterspaziergang, Erzählen, Lachen…

Dieses Jahr fühlt sich alles anders an...

Ich krame in meinen Erinnerungen.
An zwei Bildern, die auftauchen, möchte ich Sie gerne teilhaben lassen.

Ich denke gerne an die mir sehr lieb gewordene Osternacht. Ein Osterfeuer gehört dazu, an der die Osterkerze erstmalig angezündet wird.

Langsam und ruhig erleben wir mit, wie die Kerzen den dunklen Kirchenraum erhellen.
Fast unbemerkt geht die Sonne auf. Nach und nach füllt ihr Licht die Kirche und vertreibt die letzten Schatten einer dunklen Nacht.
Auf einmal ist es Tag.
Sonntag.
Oster-sonn-tag. 

Kaum merklich haben Licht und Leben Einzug gehalten.

Ich liebe diesen langsamen Übergang. Ihn mitzuerleben macht mir deutlich, dass manchmal das Licht, und das Leben, die Gründe zur Hoffnung schon längst vorhanden sind.

Während ich noch mit der Dunkelheit und meiner Angst beschäftigt bin, ist es längst da. Der Ostermorgen lädt mich ein, die Welt mit Abstand und mit anderen Augen anzusehen. Möglicherweise erkenne ich dann etwas, was ich mir zuvor nicht vorstellen konnte.

 

Davon erzählt das zweite Bild. Es ist das Fenster im Chorraum unserer Finkenbacher Kirche am Waldrand.
In der Mitte der Auferstandene. Rechts und links davon erschrockene Soldaten, die das Grab bewachen sollten.

Man kann es sehen: Sie trauen ihren Augen nicht.

 Den Frauen später am Grab, Petrus und den Jüngern ergeht es ähnlich. Sie können es nicht glauben.

Und ich kenne es auch von mir: Fest verhaftet in Sorgen und Ängsten kann ich Hoffnungszeichen oft nicht glauben.

Es tut mir gut, dass die Lebenskraft von Ostern langsam kommen darf.

So bekomme ich Zeit: Zeit zum Verstehen, Zeit zum Umdenken, Zeit um aufzustehen…

Ich darf mir Zeit nehmen, der Liebe Gottes Raum zu geben.

Ich darf mir die Zeit lassen, die ich brauche, um mich von Gott stärken zu lassen, für das, was das Leben mir an Aufgaben bereithält.

 

Ein Gebet zu Ostern:

Lebendiger Gott, 
Komm du in mein Leben. 
Berühre mich,  
dass mich Hoffnung und Mut, Liebe, 
und: Lust auf das Leben  
erfassen und verändern mögen.

Sei mir nahe  
lass mich aufsehen aus der Dunkelheit in das Licht.  
Lass mich aufstehen aus Verzagtheit in die Bewegung des Lebens. 
Öffne mir den weiten Raum des Lebens.

Lass mich erkennen: Dies ist der Tag den du gemacht.
An ihm will ich frohen Mutes sein, gestärkt von deiner Liebe!

Amen


Ein gesegnetes Osterfest wünsche ich Ihnen /Euch Allen!

Reinhold Hoffmann

 

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